Rechtsanwalt & Fachanwalt für Medizinrecht Rainer Pesch

< Oberlandesgericht Dresden, Stuhlurteil vom 12.09.2012 - 1 U 1967/11
28.09.2012 00:00 Alter: 5 yrs

Landgericht Görlitz, Urteil vom 28.09.2012 - 1 O 188/11


  • Allein der Umstand, dass es nach einer Varizenoperation (Krampfaderoperation) zu einer Thrombose im Oberschenkel kommt, rechtfertigt nicht die Annahme, dem Operateur sei bei der Varizenoperation ein Operationsfehler unterlaufen.
  • Das Gericht ist nicht gehalten, einen nachbehandelnden Arzt als sachverständigen Zeugen zu vernehmen, wenn der nachbehandelnde Arzt keine Wahrnehmungen zu vergangenen Untersuchungen des Klägers bekunden, sondern vielmehr nur seine Bewertung zu der Behandlung oder der Operation des Beklagten abgeben soll. Dies ist Sache des Sachverständigen. Auch der sachverständige Zeuge soll nur eigene Wahrnehmungen zu einem zurückliegenden Sachverhalt schildern. Der Partei bleibt es aber unbenommen, den nachbehandelnden Arzt als Privatsachverständigen zum Termin mitzubringen.
  • Das Gericht ist im Rahmen der Beweisaufnahme auch nicht verpflichtet, einen operativen Eingriff anzuordnen, um der Behauptung des klagenden Patienten nachzugehen, ein Gefäßverschluss sei durch einen Operationsfehler verursacht.

  • Beantragt der Kläger erst kurz vor einem schon seit langer Zeit feststehenden Verhandlungstermin die Anhörung des Sachverständigen, ist der Antrag verspätet. Kann der Sachverständige den Termin kurzfristig nicht wahrzunehmen, ist das Gericht nicht verpflichtet, den Termin zu verlegen.

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